Zitat des Monats

Eine revolutionäre Umgestaltung von Religion, Philosophie, Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft ist das letzte unvermeidliche Ergebnis. Sie geht zunächst vom Licht des individuellen Verstandes und der Vernunft aus, von seinen Anforderungen an das Leben und seiner Erfahrung mit dem Leben; aber sie muss vom Individuellen zum Universellen führen. Denn das Bemühen des Einzelnen zeigt ihm bald, dass er die Wahrheit und das Gesetz seines eigenen Seins nicht zuverlässig entdecken kann, ohne ein universelles Gesetz und eine universelle Wahrheit zu entdecken, auf die er es beziehen kann.

— Sri Aurobindo; The Human Cycle

Wir müssen von der Selbstbestimmung des freien Individuums innerhalb der freien Gemeinschaft, in der es lebt, ausgehen, denn nur so können wir uns eines gesunden Wachstums der Freiheit sicher sein, und auch deshalb, weil die zu erreichende Einheit diejenige von Individuen ist, die sich frei in Richtung Vollkommenheit entwickeln, und nicht die von menschlichen Maschinen, die in geregeltem Gleichschritt arbeiten, oder von Seelen, die unterdrückt, verstümmelt und in ein oder mehrere starre geometrische Muster gepresst werden. In dem Moment, in dem wir diese Idee wahrhaftig akzeptieren, müssen wir vollständig von der alten Vorstellung des Eigentumsrechts des Menschen am Menschen abrücken, das immer noch dort im menschlichen Geist verborgen ist, wo er ihn nicht beherrscht. Die Spur dieser Vorstellung ist überall in unserer Vergangenheit zu finden, das Eigentumsrecht des Vaters über das Kind, des Mannes über die Frau, des Herrschers oder der herrschenden Klasse oder Macht über die Beherrschten, des Staates über den Einzelnen.

— Sri Aurobindo; War and Self-Determination

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