Brandmeldestudienbescheinigung: Wider den Expertenwahn (2)

Brandmeldestudienbescheinigung: Wider den Expertenwahn (2)

(Teil 1 lesen: Jesus Christus von der Theologischen Fakultät)

Die 30er sind lange vorbei

Die westlichen Demokratien, die von Anfang an als leere Hüllen zur Maskierung der Plutokratie konzipiert waren, stehen nun am Rande der erklärten Diktatur. Das sind natürlich keine Neuigkeiten. Die Moderne befanden sich schon mehrmals an diesem Punkt, denn dies ist das Ergebnis der zivilisierten Lebensweise mit ihren Hierarchien und der arbeitsteiligen Wirtschaft, ihren überabstrahiertem Denken und empathiefeindlichen an starren Regeln ausgerichteten Handeln. Schuld an derartigen Entwicklungen sind also weder Kapitalismus noch machtgierige Politiker, weder die tumben Massen noch gierige Eliten, obwohl all das für den konkreten Verlauf unserer Zeitgeschichte eine Rolle spielte. In meinem Buch Mach was!? (siehe Artikel „Dritte Auflage“) schrieb ich, dass der Kapitalismus „nur der jüngste Spross einer zehntausend Jahre alten Dynastie dummer, hässlicher, buckliger, kurzsichtiger Gesellschaftsformen ist.“ Fall du nicht mit meiner Argumentationslinie vertraut bist, empfehle ich die Lektüre irgendeines Derrick-Jensen-Buchs, bevorzugt, Endgame, oder Charles Eisensteins häufig zitiertes Werk Die Renaissance der Menschheit. Oder versuche es mit einem meiner älteren Aufsätze über Zivilisation. Wenn man die Mechanismen versteht, die sie antreiben – und sie ist tatsächlich eine Maschine – oder wenn man wenigstens historische Präzedenzfälle vergleicht, kann man Tendenzen in der Abfolge von Augenblicken erkennen, die zu unserer Gegenwart führen. Und der Eindruck, den viele bekommen, ist, dass es eine Ähnlichkeit zwischen unserer Zeit und einem der jüngeren düsteren Kapitel der Weltgeschichte gibt. Wenn man jedoch versucht, diese bedenkliche Entwicklung zu thematisieren, stößt man schnell auf Schwierigkeiten.

Zunächst einmal ist der Vergleich mit den 1930ern und 40ern schon so oft gezogen worden, dass er von den Meisten nicht mehr ernst genommen wird. Erinnere dich an hitzige Diskussionen, und daran, nach wie kurzer Zeit bereits Nazivergleiche eingeworfen wurden. Wie viele „neue Hitler“ haben wir auf dem Titelblatt von Time, Spiegel und ähnlichen Publikationen gesehen? Spontan fallen mir da Saddam Hussein oder Milosevic ein. Wenn man bei jedem lauen Lüftchen Sturmwarnung ausgibt, hört niemand mehr hin, wenn tatsächlich mal ein Sturm anrauscht.

Zweitens haben die meisten heute lebenden Menschen des „freien Westens“ noch nie einen Krieg erlebt und kennen die Diktatur nicht. Das Dritte Reich und sein totaler Krieg liegen sechsundsiebzig Jahre in der Vergangenheit. Ostdeutsche dagegen erkennen wesentlich häufiger die Zeichen autoritärer bzw. totalitärer Strukturen, weil der Fall der Mauer erst einunddreißig Jahre zuürckliegt. Mangel an Erfahrung sorgt dafür, dass die Menschen arglos gegenüber den Mechanismen der Macht und dem Technikmissbrauch durch psychisch gestörte Charaktere in der Regierung bleiben, häufig bis es zu spät ist. Sie nehmen das Gerede von Freiheit, Menschenrechten und Demokratie für bare Münze, ohne damit zu rechnen, dass „es“ jederzeit und überall wieder geschehen kann.

Drittens war die antifaschistische Indoktrination nach dem Zweiten Weltkrieg besonders in Deutschland und Österreich ein so durchschlagender Erfolg, dass auf jeder Frühstücksflockenpackung vor nationalsozialistischem Faschismus, Hakenkreuzen und Antisemitismus gewarnt wird. Nun gut, ich überspitze das Geschehen – aber nur leicht. Ganz und gar nicht überspitzt ist die Beobachtung, dass seriöse Warnungen vor einem Wiedererstarken des Totalitarismus in der Regel die Erwiderung bekommen: „Das ist doch lächerlich. Wir leben nicht mehr in den Dreißigern, sondern in einer gefestigten Demokratie. Man kann das nicht mit damals vergleichen.“

Zulässige Vergleiche

Natürlich sind sie Dreißiger Geschichte. Und natürlich müssen wir vergleichen: Äpfel mit Äpfeln, aber auch Äpfel mit Birnen, um herauszufinden, inwiefern diese sich unterscheiden bzw. gleichen. Was zunächst wie eine Birne aussehen mag, entpuppt sich bei näherer Betrachtung womöglich als neue Apfelvariante. Wie sollten wir dies ohne Vergleich feststellen können? Darf man also die Berliner Republik der 2020er – manche nennen sie Demokratur – mit dem Faschismus vergleichen? Siehe die Apfel-Metapher: Wir müssen wissen, wie demokratische unsere Gesellschaften tatsächlich sind bzw. inwieweit wir einem Etikettenschwindel aufsitzen. Wenn wir nach Tendenzen zu einer neuen Diktatur Ausschau halten, sind nicht Bürstenbärtchen, SS-Runen oder Hakenkreuzfahnen. Vergleiche mit der Vergangenheit müssen über konkrete Formen hinausgehen. Und um der Klarheit willen würde ich auf das Wort Faschismus verzichten, denn dieser kam auch damals schon in sehr diversem Gewand daher, je nachdem, ob man über Spanien, die USA, Italien oder Deutschland spricht. Es gibt jedoch Ähnlichkeiten bei der Beseitigung der Vorgänger-Regime, wenn totalitäre Strukturen ihre Macht etablierten. Ein Blick darauf – gerne auch zwei –, wie das üblicherweise vor sich geht, lohnt die Mühe.

Meine gegen das Corona-Regime entzündete sich gleich zu Beginn an Ausgangssperren („Lockdowns“), Maulkorbzwang („Alltagsmasken“) und Versammlungsverboten („Social Distancing“). Als staatlich examinierter Altenpfleger bin ich mit der Nutzlosigkeit solcher „Maßnahmen“ vertraut und kenne ihre gesundheitsschädlichen Wirkungen. Dass mein Wissen, das nun wirklich zum Standardrepertoire heilender bzw. pflegender Berufe gehört, überhaupt keinen Niederschlag in den Leitmedien gefunden hat, sondern im Gegenteil zu Unsinn umdeklariert wurde, während gleichzeitig sämtliche alternative Heilungsmethoden aus der Presselandschaft verschwanden, sowie die Diffamierung von Kritikern als „Aluhutträgern“, „Reichsbürgern“, „Covidioten“ usw. machten in kürzester Zeit unmissverständlich klar, dass es bei der sogenannten Pandemie am allerwenigsten um Gesundheit ging. Die Verkehrtheit der „Maßnahmen“ führte mich zu einem weiteren Grund, weshalb ich dem offiziellen Narrativ misstraue: die strukturelle, physische und psychische Gewalt, die mit ihnen ausgeübt wird. Wo Gewalt herrscht, da sind Lügen zu ihrer Rechtfertigung nicht weit. Und wo Lügen in Umlauf gesetzt werden, folgt Gewalt zu ihrer Durchsetzung als neue Realität auf den Fuß. Wenn man einmal den Zusammenhang zwischen Lügen und Gewalt begriffen hat, braucht es bloß geringster Aufmerksmkeit, die Anwesenheit der einen aus der Präsenz der anderen zu erschließen. Im März 2020 waren beide offensichtlich zugegen.

Während ich dies schreibe, macht Vera Sharav, eine Gesundheitsaktivistin und Holocaust-Überlebende ihre Aussage vor dem Corona-Untersuchungsausschuss. Ihr Vergleich zwischen dem Corona-Regime und der Schreckensherrschaft des Dritten Reiches enthüllt eine ebenso lange wie erschreckende Liste an Parallelen:

  • vorgeschriebenes Tragen von Zeichen zur Unterscheidung von Menschengruppen (Armbinde / Gesichtsmaske);
  • Trennung der Menschengruppen entsprechend ihrer Zeichen und Einschränkung ihrer Lebensweise;
  • Sondergesetze regeln das Leben der „Infizierten“;
  • Versammlungsverbote;
  • Reiseverbote für „Gefährder“, Ausweichen und Flucht wird unmöglich gemacht;
  • Gesundheitsdiktatur unter dem Vorwand von „Rassenhygiene“ / „Viruseindämmung“;
  • moralische Normen aufgehoben;
  • enge Vernetzung von Medizin, Wissenschaft, Industrie, Politik und Militär;
  • Zerstörung des sozialen Gewissens im Namen der Volksgesundheit;
  • Angriffe auf Individuen und ganze gesellschaftliche Klassen werden zur Regel;
  • totale Pervertierung der Medizinberufe einschließlich aller ihrer Institutionen;
  • Politik der Eugenik beendet das Selbstverständnis des Mediziners als Diener des Patienten;
  • Zwänge des Gesundheitswesens verletzen Bürger- und Menschenrechte;
  • kriminelle Methoden zur Durchsetzung von Politik;
  • Schüren von Angst vor Infektionskrankheiten, um deren angebliche Verbreiter / Spreader als Gefahr für die allgemeine Gesundheit zu dämonisieren;
  • Furcht und Propaganda zur Errichtung eines Völkermordregimes;
  • Regierungsverordnungen und medizinische Eingriffe untergraben die Menschenwürde und die Freiheit;
  • „Behandlung“ und „Ausmerzung“ folgen methodisch genau strengsten Protokollen;
  • Experimente mit giftigen und tödlichen Substanzen an unwissenden oder nicht einverstandenen Personen;
  • Totalüberwachung für die „Gesundheit“;
  • ein neuer Jargon verschleiert die begangenen Verbrechen.

Dies sind lediglich einige wenige Parallelen – diejenigen, die Sharav erwähnte; andere wie das Außerkraftsetzen der Verfassung, Verordnungsregime, Auflösung der Gewaltenteilung, das Fehlen einer nennenswerten Opposition, die Zersplitterung der Gesellschaft und der Verlust des sozialen Zusammenhalts, Massenhysterie, Rufmord an Kritikern, Militarisierung der Polizei, unprovozierte Polizeibrutalität, die vollständige Gleichschaltung aller gesellschaftlicher Institutionen, Pressezensur usw. usf. könnte man anfügen.

Tafel-mit KZ-Kennzeichen Winkel
Tafel-mit KZ-Kennzeichen Winkel

Die deutsche Krankheit

Einen weiteren schönen Vergleich liefert uns der in Deutschland lebende Amerikaner CJ Hopkins in Form einer Satire, die im November 2020 vielfach abgedruckt und beachtet worden ist. Er schreibt über Erlebnisse in seiner Wahlheimat, aber das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Ähnliches weltweit in jeweils anderen nationalen Schattierungen beobachtet werden konnte bzw. kann: der koordinierte Angriff auf Menschenrechte, Bürgerrechte und – nicht zuletzt – Menschenwürde in globalem Ausmaß:

Drehen Sie den Wagner voll auf, meine Lieben … die Deutschen, sie sind wieder da! Nee, nicht die lieben, fluffigen, sanften, friedlichen Nachkriegsdeutschen … die Deutschen! Sie wissen schon, welche ich meine. Die „ich hatte ja keine Ahnung, wohin die Züge fuhren“-Deutschen. Die „ich hab nur gemacht, was man mir befohlen hat“-Deutschen. Die anderen Deutschen. Ja … diese Deutschen. […]

Nur ist es Anbetracht ihrer nicht allzu weit zurückliegenden Geschichte ziemlich deprimierend und mehr als nur ein bisschen beängstigend, zuzusehen, wie sich Deutschland wieder in einen totalitären Staat verwandelt, in dem die Polizei die Maskenlosen auf den Straßen jagt und Restaurants, Bars und Wohnungen durchsucht; einen Staat, in dem kleine deutsche Gutbürger im Stechschritt an den Schaufenstern der Yogastudios vorbeimarschieren und prüfen, ob dort womöglich gegen „Regeln des Social Distancing“ verstoßen wird; einen Staat, in dem ich nicht spazieren gehen oder Lebensmittel einkaufen kann, ohne von feindselig starrenden Deutschen umringt zu werden, die mich wutentbrannt beschimpfen, weil ich keine Maske trage und auch im Übrigen nicht hirnlos Befehlen gehorche, und die mich wie Roboter mahnen: „Es ist Pflicht! Es ist Pflicht!“

Hopkins folgert:

Leider hört so etwas, wenn es einmal angefangen hat und das Stadium erreicht hat, in dem wir uns gerade befinden, in den meisten Fällen nicht mehr auf. Nicht, bevor Städte in Ruinen liegen oder Felder mit menschlichen Schädeln übersät sind. Es kann zehn oder zwölf Jahre dauern, bis wir dort sind, aber täuschen Sie sich nicht, darauf steuern wir zu, darauf steuert Totalitarismus immer zu … Und wenn Sie mir nicht glauben, fragen Sie einfach die Deutschen.

— CJ Hopkins: Die Deutsche Krankheit, in: Rubikon, 5.12.2020

In Anbetracht der bemerkenswerten Parallelen muss man sich wundern, weshalb all das erneut geschieht. In wessen Interesse ist das milliardenfache Leid? Was will man damit erreichen? Im Moment kann man lediglich spekulieren. Wenn du Sharavs Aussage länger als zwanzig Minuten angeschaut hast, wirst du gehört haben, dass sie die Ähnlichkeit mit den Dreißigern und Vierzigern des zwanzigsten Jahrhunderts keineswegs als Zufall erachtet. Ihre Recherchen führten sie zu der Ansicht, dass dieselbe Gruppe von Leuten, die auch damals bereits aktiv war, nun nach der globalen Macht greifen und mit Mitteln der Eugenik eine Bevölkerungsreduzierung erreichen wollen – anders ausgedrückt: Sie beenden den Job, den Hitler versiebt hat, nämlich die Schaffung einer übermenschlichen Rasse. Das kommt mir nicht sonderlich weit hergeholt vor. Wenn es nach Ratte aussieht, sich wie eine Ratte bewegt und wie eine Ratte riecht, was wird es dann sein? Nun, ich habe da natürlich so meine Theorien, aber muss auch offen gestehen, dass ich zu wenig weiß, um sichere Aussagen zu treffen. Antworten scheinen manchmal offensichtlich, manchmal sind sie es wiederum nicht. Die Frage des Warum müssen wir uns für später aufheben, wenn „Ein neues Nürnberg” die Pandemie aufarbeitet.

Ich bleibe bei den Fakten und stimme einem ehemaligen Richter zu, der sagte, dass die Polizei, wenn er sie anruft, weil er eine Straftat beobachtet, nicht nach den Motivationen und Gründen der Täter fragt; sie eilt einfach erwartungsgemäß herbei. Bei einem medizinischen Notfall wird der Sanitätswagen schnellstmöglich vorfahren, ohne dass man zuvor detaillierte Diagnosen oder physiologische Ursachen durchgeben muss. Und wenn dein Haus brennt, wird die Feuerwehr herbeirasen, ohne zuvor notariell beglaubigte Nachweise für die Existenz des Feuers oder forensische Untersuchungsergebnisse über dessen Ursache zu verlangen.

Es sind tatsächlich Verbrecher am Ruder. Unsere Gesellschaften befinden sich tatsächlich im Endstadium zur Diktatur. Unser gemeinsames Haus brennt tatsächlich. Das festzustellen braucht es kein zwölfsemestriges Studium in Kollapsologie. Und ich erwarte von jenen, die noch immer den Schneid und die Stärke besitzen (könnten), sich dem entschieden entgegenzustemmen, endlich in die Stiefel zu kommen und den Kampf gegen Was-immer-uns-da-befallen-hat – oder besser: für eine schönere Welt – aufzunehmen. Ich werde nicht warten, bis eine größere Zahl von Menschen in Lagern verschwindet, was es offiziell zulässig erscheinen lassen mag, ein Viertes Reich mit dem Dritten zu vergleichen. Es ist definitiv zu spät für Vergleiche, wenn man die selbsternannten Eliten ihren seit langem herbeigeredeten Krieg gegen Russland, Iran und China führen lässt. Eine Warnung ist eine Warnung, weil sie vor dem Ereignis abgegeben wird. Ich kann mich ja mit meiner Einschätzung täuschen, wünsche mir aber, dass alle, die wie ich ein komisches Gefühl in der Magengrube bemerken, dieses ernst zu nehmen.

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