Feuer!

Feuer!

Letzter Tag in Windarra. Es ist Freitag. Wir sammeln zu zweit unter den Raintrees Mulch, wie so oft. Eine Arbeit, die man als langweilig empfinden könnte, doch sie ist eine Wohltat für mich. Seinen ganzen Seufzern nach scheint mein Begleiter anderer Ansicht zu sein. Aber was will man machen? Zufriedenheit ist eine Funktion der Weltsicht, abhängig davon, ob man sich an “negativen” oder “positiven” Erfahrungen orientiert; wobei die Unterscheidung in sich schon ein Rezept fürs Unglücklichsein darstellt.
Die Dinge haben keine derartigen Eigenschaften – sie SIND, sie existieren einfach, während sie erst durch unsere Erwartungen – Ängste wie Hoffnungen – gut oder schlecht werden, schön oder hässlich, brauchbar oder unbrauchbar. Erwartungen wiederum sind abhängig von unseren individuellen Wertmaßstäben; was ist wichtig im Leben, was kommt zuerst, zuoberst, und was dann, was dann, was zuletzt. Und die Maßstäbe formen und verändern sich im Lauf unseres Lebens. Über die Erziehung bekommen wir den Grundstock mit auf den Weg, aber wir passen unsere Werte natürlich auch an aktuelle Erfahrungen an. Und wir können sie bewusst manipulieren.
So kommt es, dass Menschen ganz unterschiedlich auf identische Situationen reagieren. Dass z.B. manche Opfer ihre Peiniger nicht hassen, psychsicher Druck gelegentlich mit Gleichmut beantwortet wird, jemand ohne Not auf seinen Vorteil verzichtet usw. Nicht das Erlebnis ist Ursache negativ / positiv empfundener Gefühle, sondern wie wir darüber denken.
Die volle Wahrheit des wertfreien Seins der Dinge erfasst man erst, wenn man versucht, sich danach zu richten. Bevor das Emfpinden es bestätigt, bleibt es ein abstrakter Gedanke, kurios, irgendwie abgefahren vielleicht faszinierend, theoretisch richtig, wahrscheinlich nicht anwendbar. Darum ist es schwierig jemand zu helfen, der sich an seine Werte (und also den mit ihnen verbundenen Schnmerz) klammert.

Schweife ich zu weit ab?
Dann zurück zu Windarra. Mit der Mittagspause, 12 Uhr, endete mein Volontariat. Nicht.
Indra kam angerannt. Feuer. Am anderen Ende des Grundstücks, bei der Teerstraße, brannten der Zaun, eine Palme und das trockene Gras davor. Der Wasserschlauch reichte bis ca. 80m an die Stelle ran. Dann Eimerkette. Es dauerte eine halbe Stunde, bis wir die Flammen gelöscht hatten. Cathy, die vorbeigekommen war, um sich mein Baumhäuschen anzusehen, war grade rechtzeitig für den Löscheinsatz eingetroffen. Welch eine Aufregung.
Kalt duschen, ein bisschen Siesta, anschließend zusammenpacken für den Umzug nach Arati. Um viere klopfen Indra und Djaibal an meine Tür, um sich zu verabschieden. Echt rührend. Ich werde euch ebenfalls vermissen.
Eugen erwartete mich gegen 19:00 in der neuen Heimat. Bei überreifer Papaya und unreifer Ananas unterhalten wir uns ziemlich lang. Als ich um elf ins Bett sank, fing es zu regnen an, die Luft kühlte ab und alles war wunderbar…

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