Theater!

Theater!

Bin aufgewacht, noch bevor der Muezzin loslegte, vielleicht viertel vor fünf. Stechen, beißen, brennen auf den Füßen. Heute Nacht haben mich die Moskitos fachgerecht zerlegt. Das Netz hält nicht ganz dicht und das Autan wirkte überhaupt nicht.
Rajaveni gab mir später etwas auf Citronella-Basis. Das riecht und wirkt besser.
Vom Aufstehen an war jedenfalls an Ruhe nicht mehr zu denken, alle Ausgeglichenheit beim Teufel. Jedes kleinste Ziehen, Jucken, Stechen, jede winzige Hautirritation ließ mich auffahren und um mich schlagen. Dazu die konstanten Statusmeldungen von unterhalb der Knöchel – kaum auszuhalten.
Nach dem Duschen war es kurz besser, aber die Mücken-Paranoia blieb mir erhalten. Meine morgendliche halbe Stunde zur Sammlung fand statt, ohne dass mein Geist anwesend gewesen wäre. Erleichterung im Fischteich – heute Fehlanzeige wegen großer Auroville-Versammlung im selben Gebäude. So ging der ganze Tag rum, ohne dass ich zu mir gekommen wäre oder etwas auf die Reihe gebracht hätte.
Zum Glück kam Abends noch Aurelio vorbei, ein Österreicher, der eine Instrumentenwerkstatt und Musikkommune namens Svaram betreibt. Ich kenne ihn aus einer Minidoku über sein Projekt. Irgendwie schon lustig, wenn einem solche Leute begegnen, die man in Videos gesehen hat. Ging mir in Auroville schon mehrfach so.
Jedenfalls sind wir nach Einbruch der Dunkelheit zum Bharat Nivas gefahren, ein Multifunktionsbau, in dem auch ein Auditorium vorhanden ist. Von der Auroville-Architektur bin ich echt begeistert. Du siehst, dass sich die Leute Mühe gegeben haben, mit relativ einfachen Formen und Werkstoffen ein ansprechendes, einladendes und zweckdienliches Umfeld zu schaffen.

Das Auditorium:

Heute fand eine Aufführung einer Laientheatergruppe statt. Ein bisschen überdreht, aber insgesamt professionell genug. Das Stück (“Black Comedy”) spielte komplett im Dunkeln, aber für die Zuschauer beleuchtet. Sozusagen invertiert. Jedesmal, wenn jemand ein Streichholz anriß, wurde das Licht gedimmt, und als schließlich im Stück die Sicherung wieder drin war, gingen die Scheinwerfer im Saal komplett aus.

Das ist übrigens ein Ambassador:

Überall durchziehen kleinere und größere Dämme die Landschaft. Sie werden mit Büschen, Bäumen Kakteen und Stauden befestigt und sollen zum einen den Monsunregen auf dem Land halten, so dass er beim Versickern den Grundwasserspiegel wieder auffüllt, zum anderen sollen sie die Entstehung von Wasserläufen verhindern, die in der Vergangenheit tiefe Canyons gerissen und die fruchtbare Bodendecke ins Meer gespült haben. Sogar einzelne, frisch gepflanzte oder junge Bäume werden mt einem Wall umgeben. Der Erfolg ist in Form einer ziemlich dicken Schicht Humus zu bestaunen, die sich in verschiedenen Brauntönen über dem rotsandigen Untergrund aufgebaut hat, welcher vorher das ganze Plateau bedeckt hatte.

Brunnen

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