Die Welt ist ein Fladen

Die Welt ist ein Fladen

„Ich habe viel über das Leben und die Entropie nachgedacht und bin wiederholt zu dem Schluss gekommen, dass es der Zweck des Lebens ist, die Entropie des Universums anzuheben. Je mehr wir uns entwickeln, desto mehr wirken wir auf den Zusammenbruch des Universums hin […] Der Punkt ist, dass sich das Universum von einem Status niedriger zu einem höherer Entropie begibt, und die Natur das Leben (uns) kreiert hat, weil wir ein wirkungsvolles Instrument sind, das Universum zu seiner maximalen Entropie zu führen. In anderen Worten: Weil Klumpen von Materie, wie die Sonne und die Erde, derzeit existieren, umgeben von relativ leerem Raum, ist die Energie des Universums nicht gleichmäßig verteilt. Die Natur neigt zum Gleichgewicht, und auf eine Art tut sie das mit der Entwicklung des Lebens. Wir sind ganz einfach Entropiemaschinen; gebunden an die Notwendigkeit / das Bedürfnis zu überleben hilft der bloße Akt des Lebens dem Ziel der Natur, Energie gleichmäßig im Universum zu verteilen. Das Konzept […] gibt uns eine Grundlage für die Existenz des Lebens, die fest in der Wissenschaft verankert ist.

Wenn irgendetwas (hier heißt es „Natur“, andernorts „Gott“) uns absichtlich erschaffen hat [vorausgesetzt also wir sind kein Abfallprodukt], dann wäre es in der Lage gewesen, sein Produkt, das Universum, so perfekt zu manipulieren, dass es einige Atome nehmen und in Leben verwandeln konnte.

Einige Fragen:

1) Warum hat es dann das Universum nicht von vorn herein mit gleichmäßig verteilter Materie resp. Energie geschaffen?
Ist es vielleicht so, dass es da einen Gott gab, der das Universum erschuf, und in diesem Universum eine Kraft namens Natur, die Gott(es Schöpfung) entgegenwirkt?
Oder spielt hier jemand ein Spiel, mit Lebewesen als Figuren?

2) Warum sollte es sein Originalprodukt in kürzest möglicher Zeit zerstört sehen? Geplante Veraltung? [Kaufen Sie Universum II – jetzt noch schneller, noch interessanter!]

3) Wenn es einen Sinn oder Zweck der Existenz von Leben gibt, dann gibt es ein Etwas, für das es eine Bedeutung hat. Wenn wir also herausfinden sollten, dass es tatsächlich einen Sinn des Lebens gibt, haben wir den Beweis für die Existenz dieses Etwas.
Aber dieses Etwas ist außerhalb des Spielfelds. Was auch immer das Universum absichtlich geschaffen haben soll, ist außerhalb desselben. Selbst wenn wir also beweisen könnten, dass dieses Etwas existiert, werden wir nie erfahren, was seine wahre Natur ist. Wissenschaft wäre auf etwas außerhalb des Universums nicht anwendbar [da es nur auf Erfahrungen innerhalb seiner künstlichen Umgebung beruht]. Dieses Etwas wäre außerhalb unserer Reichweite. Es hätte keine Bedeutung für uns. Ob es existiert oder nicht macht keinen Unterschied, weil wir niemals in der Lage wären, es zu berühren, zu verstehen, verändern, zu unserem Vorteil zu benutzen oder seine Regeln zu ändern.

Vorausgesetzt da draußen ist tatsächlich etwas, dann sieht unsere Situation aus wie die von Bakterien, die man in eine Petrischale, genannt Universum, gesetzt hat. Die Schale ist gefüllt mit Nährlösung, also Energie, und der Schöpfer des Experiments schaut der Kultur nun beim Wachsen zu, bis alle Nährlösung erschöpft, sprich optimal verteilt ist. Es bleibt unserer Phantasie überlassen, was dann passiert.
[Warum muss überhaupt alles eine Bedeutung haben? Könnte das Universum nicht tatsächlich ein Abfallprodukt sein? Das Bild eines – da war er wieder – Kuhfladens, der von Mikroorganismen zersetzt wird, hat große Ähnlichkeit mit einem geplanten Experiment, nur dass es von allein abläuft. Welche Ansicht hat ein Bakterium zum Sinn des Lebens?]
Aus einer anderen Richtung kommend kann ich also zustimmen. Wir sind Sklaven der Entropie.

Aber das ist alles Spekulation auf Grundlage unserer Wahrnehmung der Wirklichkeit (wenn es so etwas gibt). Frag einen Schamanen oder einen Wissenschaftler oder einen Drogenanwender oder einen Priester. Jeder kann dir eine andere Welt zeigen, in sich logisch, wenn du ihre Voraussetzungen und Beobachtungen akzeptierst, die ihre persönliche Wahrnehmung widerspiegeln.
[Man könnte sich sein ganzes Leben damit beschäftigen. Und manche tun das. Man nennt sie Philosophen.]

In Antwort auf einen Kommentar:
Glaube und organisierte Religion scheinen mir ehrlich gesagt nur Auswüchse eines Zusammenspiels von Selbstbetrug und Machtmissbrauch zu sein. Man muss schon tief in sich etwas spüren können, das über das Rationale hinausgeht, und dann besteht kein Grund mehr, etwas zu glauben: Man weiß es einfach. Dann spricht absolut nichts dagegen, solche Kräfte zu nutzen. Manche Menschen haben Zutritt zu dieser spirituellen Ebene des Geistes gefunden. Soweit ich das von außen beobachten kann, hat das ihr ganzes Leben verändert. Vermutlich kann man nicht nur ein bisschen spirituell sein.
Aber wie gesagt, ich rede da von Dingen, die ich nicht verstehe.

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