Der Geist ist willig…

…doch das Bett ist warm.

Draußen ist wieder klasse Wetter. Solange man nicht raus muss. Eitel Sonnenschein und eisig kalt. Ich war trotz wenig Schlaf früh munter. Mit jedem weiteren Tag hier draußen in Schneppenheim wird mir klarer, wie sehr ich Städte als Wohnort hasse und wie viel Zeit ich für unerfreuliche Dinge aufwenden musste. Dass das Schlimmste am Aufstehen nicht die Kälte da draußen ist, sondern dass man aufstehen muss. Weil man den Arsch zu einer bestimmten Uhrzeit und auf Befehl anderer Leute aus dem Bett schwingt. Um Dinge zu tun, deren Sinn man nur begrenzt nachvollziehen kann, für die man aber trotzdem den Kopf hinhalten muss.
Nun ja, ich wusste es eigentlich schon lange und hatte mich nur drauf eingerichtet, mich zwischen all den Anforderungen und Erwartungen durch zu lavieren, um in den wenigen Freiräumen ein bisschen Spaß zu haben. Teilzeitarbeit war z.B. so ein Mittel, dem System den Mittelfinger zu zeigen.

— [Absatz wegen negativer Schwingungen gestrichen ;-] —

Seit ich mein eigener Herr bin, ist das Stimmungslevel stark gestiegen. Arbeit ist noch immer kein Punkt, über den ich “Erfüllung” oder “Selbstverwirklichung” (imho ziemlich überzogene Gedankenkonstrukte) suchen würde, aber ich tue sie nun endlich gern und ich habe seither kaum noch Morgendepris, die mir fast jeden Tag schwer machten.

Natürlich kann man sich in unserer überregulierten Gesellschaft nicht wirklich frei und ungebunden bewegen. Abgesehen davon ist Freiheit ein reichlich relativer Begriff, der wahrscheinlich nur im Kopf existiert.
Es stellen sich mit der Selbständigkeit andere Pflichten ein. Aber das Maß, in dem ich mich ihnen ausliefere, kann ich zu einem gewissen Grad selbst bestimmen.

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